Der Käpt´n – unser Schulhund

Foto von Fatih Doganer

Hallo, lieber Leser und liebe Leserin!

Ich bin der Käpt´n und arbeite hier an der Stadtteilschule Meiendorf als Lehrer auf vier Pfoten. Bei ColeCanido habe ich eine professionelle Ausbildung genossen und bin damit ein zertifizierter Schulhund. Ich besuche regelmäßig weitere Fortbildungen, werde ärztlich untersucht und von den erfahrenen Ausbildern bei ColeCanido begutachtet. Hier möchte ich mich und meine Arbeit ein wenig vorstellen.

Ein Schulhund? Was ist das eigentlich?

Ein Schulhund ist ein speziell ausgebildeter und geprüfter Hund, der als Lehrer auf vier Pfoten den Schulunterricht unterstützt. Dabei wird er immer im Team mit seinem Menschen, bei dem er auch wohnt, eingesetzt. Ich bin also immer sowohl im Unterricht als auch im Lehrerzimmer mit Frau Helling unterwegs. Meine Aufgaben sind dabei vielfältig. Ich werde sie im Anschluss erläutern:

Meine Aufgaben

Beißprävention

Zum einen sollen die Schüler und Schülerinnen mit mir den Umgang mit Hunden lernen. Das ist besonders wichtig, denn nur wenn Kinder wissen und lernen, dass jeder Hund – wie ihr Menschen auch – seine eigenen Grenzen hat, die unbedingt zu respektieren sind, werden sie nicht gebissen. Außerdem drücken wir Hunde in unserer Sprache Dinge ganz anders aus. Zum Beispiel begrüßen wir uns ganz anders als ihr und weil wir auch noch kleiner als ihr Zweibeiner sind, erscheinen für uns Hunde nahezu alle Begrüßungen von Menschen eher unangenehm. Deshalb ist es wichtig, dass ihr Menschen lernt, uns anders – hundefreundlicher – zu begrüßen. Einfach gesagt, helfe ich euch beim Erlernen einer Fremdsprache, der Hundesprache.

Ich habe also hier an der Stadtteilschule Meiendorf eine andere Rolle als ein Therapiehund. Dieser muss, wenn es sein Einsatz erfordert, auch aushalten können, als Kopfkissen zu dienen. Für mich dagegen gelten klare Regeln, die ich für dich fotografiert habe und die du unten als Tafelbild sehen kannst. Sie sind wichtig und müssen unbedingt eingehalten werden, damit ich mich wohl fühle. Wenn eine Klasse mich also neu kennenlernt, geht Frau Helling erst ohne mich in den Unterricht. Sie erklärt der Klasse diese Regeln und wie ich begrüßt werden soll.

In der Fachsprache heißt diese Art der Arbeit „Beißprävention“. Meine Aufgabe dabei ist, als Beispiel für die vielen anderen Hunde, welche ihr in eurem Alltag trefft, zu dienen.

Aber ich gehe ja auch in den Unterricht und bin im Lehrerzimmer oder auf Konferenzen. Was mache ich nun dort?

Meine Arbeit im Unterricht

Mit mir gibt es im Großen und Ganzen drei Möglichkeiten zu arbeiten. Dabei muss unterschieden werden, ob ich den regulären Unterricht begleite oder ob es sich um besonderen Unterricht, den sogenannten „Hundestunden“, handelt.

Im regulären Unterricht wird der Stoff aus dem Rahmenplan vermittelt und ich diene nur der Unterstützung. Da ich meist am regulären Unterricht teilnehme, beginne ich davon zu schreiben.

Meine Arbeit im normalen Schulalltag

An manchen Tagen bin ich einfach nur mit im Unterricht. Ich laufe dann herum und schaue, ob alle da sind, es allen gut geht, mich jemand streicheln möchte. Wenn ich das erledigt habe, der Unterricht noch nicht beendet ist und keiner mehr mit mir kuschelt, kontrolliere ich die Arbeit des Ordnungsdienstes. Oft finde ich in irgendeiner Ecke noch ein zusammengeknülltes Papier, einen Stift oder etwas anderes. Diese Sachen bringe ich dann zu einem Schüler, einer Schülerin oder zu Frau Helling. Diese Tätigkeiten übernehme ich übrigens auch im Lehrerzimmer und auf Konferenzen. Auch dort finde ich immer nette Kollegen oder Kolleginnen, die sich ein wenig mit mir beschäftigen. So werden die Konferenzen auch viel kurzweiliger!

Außerdem habe ich im Unterricht die eine oder andere Aufgabe. Zum Beispiel übernehme ich das Würfeln, trete auf einen Buzzer oder rufe die Schüler und Schülerinnen auf. Unten findest du ein Beispielvideo. Die Videos sind von Schülern meiner Klasse gedreht worden.

Video würfeln

Da es auch Würfel mit Taschen, die mit Bildern und Worten bestückt werden können, gibt, kann das Würfeln sehr vielfältig und in fast jedem Unterricht eingesetzt werden. Nähere Informationen findest du hier (www.schulhund-jack.de)

Eine andere Aufgabe, die ich gerne übernehme, ist das Schüler aufrufen. Dabei bringe ich einen Holzknochen zu den sich meldenden Schülern und vergebe mit der Übergabe des Holzknochens das Rederecht. Wie das aussieht, kannst du hier sehen:

Video Schüler aufrufen

Meine Arbeit im „Hundeunterricht“

Als „Hundeunterricht“ bezeichne ich den Unterricht, in dem es um Hunde im Allgemeinen geht oder in dem direkt mit mir gearbeitet wird. Ein Beispiel für diese direkte Arbeit ist die Projektwoche, in dem die Kinder ihr theoretisches und praktisches Wissen über Hunde erweitern. Aber auch Besuche in anderen Klassen oder die Leseförderung fällt unter diesen Begriff.

Die Projektwoche

Ein besonderes Highlight ist die jahrgangsübergreifende Projektwoche, die einmal im Schuljahr stattfindet. Hier bieten mein Mensch und ich eine Woche zum Thema „Hundeführerschein“ an. Dabei lernen die Kinder, was ein Hund braucht und welche Verantwortung die Anschaffung eines Hundes bedeutet. Sie üben sich im Lesen der Körpersprache des Hundes und lernen, sich entsprechend zu verhalten.

Am Ende der Projektwoche muss eine theoretische und eine praktische Prüfung abgelegt werden. Sind beide Prüfungen bestanden, erhalten die Schüler und Schülerinnen einen Hundeführerschein. Dieser befreit allerdings nicht von der Leinenpflicht in Hamburg, sondern belegt Grundkenntnisse über Hunde.

Lilly aus meiner Klasse hat die Prüfung netterweise einmal zum Filmen mit mir durchgeführt:

Direkte Arbeit mit Hund: Abschlussprüfung einer Projektwoche

Nun habe ich viel über mich und meine Arbeit geschrieben. Wenn du noch mehr über mich wissen möchtest oder Fragen zur Ausbildung von Schulhundes hast, kannst du meine Internetseite besuchen: www.schulhund-jack.de oder mit meinem Menschen Kontakt aufnehmen.